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Weltraumteleskop «Fermi»: 

Bilder kosmischer Katatrophen

27. Aug 2008 16:17
Gammastrahlenaufnahme des Teleskops Fermi
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Durch Aufnahmen kosmischer Gammastrahlung können Wissenschaftler gigantische Explosionen sichtbar machen. Mit dem neuen Weltraumteleskop Fermi lässt sich sogar die Entstehung von Schwarzen Löchern verfolgen.

Das US-Weltraumteleskop «Glast» hat zweieinhalb Monate nach seinem Transport ins All seine Arbeit aufgenommen. Zugleich wurde «Glast» (Gamma-Ray Large Area Space Telescope) umbenannt: Zu Ehren des Kernphysikers und Nobelpreisträgers Enrico Fermi (1901-1954) heißt es nun «Fermi Gamma-Ray Space Telescope».

Das Hightech-Fernrohr soll energiereiche kosmische Gammastrahlung beobachten. Damit sollen und unter anderem gewaltige Explosionen im Weltraum und andere «kosmische Katastrophen» erforscht werden. Das Teleskop, soll mindestens fünf Jahre im Einsatz sein und kostete fast 700 Millionen Dollar (knapp 450 Millionen Euro).
Mit Fermi beginnt eine neue Ära der Gamma-Astronomie. Nach dem Start des Satelliten am 11. Juni 2008 wurden seine zwei Hauptinstrumente, das Large Area Telescope (LAT) und der Glast Burst Monitor (GBM), von Wissenschaftlern getestet und kalibriert. Der GBM, dessen Detektoren vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) entwickelt wurden, hat im ersten Monat seines Betriebs bereits 31 Gammablitze aufgespürt.

Weltraumteleskop Fermi
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Die Gammablitze, die von beiden Instrumenten gesichtet werden, werden einen völlig neuen Überblick über ein breites Gamma-Spektrum bieten und es den Wissenschaftlern ermöglichen, die Vorgänge bei der Entstehung von schwarzen Löchern zu untersuchen.

Spektakuläre erste Aufnahmen

Die Nasa veröffentlichte heute erstmals eine Aufnahme des gesamten Himmels, auf der man das leuchtende Band der Milchstraße, blinkende Pulsare und Galaxien, die Milliarden von Lichtjahren entfernt sind, erkennen kann (siehe Bild am Seitenanfang). Diese Himmelskarte ist in einer Belichtungszeit von 95 Stunden entstanden. Für ein vergleichbares Bild vom Compton Gammastrahlen-Observatorium, das von 1991 bis 2000 in Betrieb war, benötigten die Wissenschaftler noch jahrelange Beobachtungen.

Gammastrahlung ist für das bloße Auge unsichtbares Licht, meist aus exotischen Quellen: Sternleichen, die ihre Umgebung mit der intensiven Strahlung rösten, gigantische Schwarze Löcher, die reihenweise ganze Sternsysteme verschlingen, und möglicherweise auch von der immer noch rätselhaften Dunklen Materie. (nz/MPE/dpa)


 
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