03. Jun 2008 13:52
In Wachs soll der Diktator in die einstige Reichshauptstadt zurückkehren. In eine Ausstellung, die vordergründig der Unterhaltung dient. Das weckt Skepsis. Der Zentralrat der Juden sieht darin aber auch eine Chance.
Üblicherweise sind die Figuren bei Tussauds nur mit Namensschildern versehen. Der Plan, ab Juli im unweit des Holocaust-Mahnmals gelegenen neuen Berliner Wachsfigurenkabinett auch eine Hitlerfigur auszustellen, war bei Politikern auf Kritik gestoßen. «Geschmacklos» oder «stillos» hieß es. Die Berliner Tourismus-Marketinggesellschaft zeigte sich «nicht glücklich». Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schrieb besorgt an die Berliner Tussauds-Niederlassung. Bisher ist der Diktator nur im Londoner Stammhaus des Belustigungsunternehmens zu besichtigen. Hitler steht dort mit erhobener, geballter Faust neben dem entspannt dargestellten früheren britischen Premier Churchill und unweit von «The World Leaders» Bush, Blair und Putin. In Deutschland zeigt ein privat betriebenes Panpotikum in Hamburg seit Jahrzehnten eine schon 1941 modellierte Hitler-Figur.