G8-Gipfel:
Von Toyako nach Kopenhagen
08. Jul 2008 15:38
 |  Sitzung der G8-Staaten in Toyako | Foto: dpa |
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Die Bedeutung des G8-Gipfels in Toyako für die UN-Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen ist groß. In Japan werden die Weichen für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen gestellt.
Der G8-Gipfel von Heiligendamm 2007 hat wesentlich dazu beigetragen, dass die UN-Klimakonferenz in Bali zu einem Durchbruch in der weltweiten Klimapolitik werden konnte. Alle G8-Staaten akzeptierten den Bericht des Weltklimarates IPCC als wissenschaftliche Grundlage. Verpflichtende Ziele der Industrienationen und freiwillige Ziele von Entwicklungsländern wurden diskutiert.
USA auch dabei
Sechs Jahre lang hatten sich die USA dem internationalen Klimaschutzprozess verweigert. In Heiligendamm sagte Bush die Teilnahme an Verhandlungen auf der Klimakonferenz in Bali zu. «Gerade deswegen muss man anerkennen, dass Heiligendamm ein Riesenschritt nach vorn ist», meint Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.
Die Festlegung aller G8-Staaten, einschließlich der USA, im Rahmen der Vereinten Nationen bis 2009 ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll für die Zeit nach 2012 auszuhandeln, ist der größte Erfolg des Gipfels von Heiligendamm. Dazu wurde der Grundstein für ein langfristiges Ziel zur Reduktion der Treibhausgasemissionen gelegt, sie sollen bis zum Jahr 2050 mindestens halbiert werden.
Kluft zwischen Wissen und Handeln
«Der Gipfel hat gezeigt, dass die Kluft zwischen Wissen und tatsächlichem Handeln in der Klimapolitik noch immer groß ist», kommentiert Regine Günther Leiterin des Bereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Günther unterstreicht die Wichtigkeit des jetzigen Gipfels in Toyako für den UN-Klimagipfel in Kopenhagen 2009. Die Industrienationen seinen als Vorreiter in der Pflicht, Absichtserklärungen sollten endlich zu Verbindlichkeiten erklärt werden. Nur so hätten sie Signalwirkung für die anderen Länder der Erde. Darüber hinaus werde zunehmend klarer, dass Investitionen in den Klimaschutz sich auch in ökonomischer Hinsicht lohne.
Bush wird langsam zum Klimaschützer
George W. Bush hat eingelenkt. Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich in Toyako darauf, bis 2050 den Ausstoß an schädlichen Treibhausgasen mindestens zu halbieren. Noch vor einem Jahr hatte Bush lediglich zugesagt, dieses Ziel zur Mitte des Jahrhunderts zu prüfen. Umweltschützer kritisierten hingegen, dass Bush sich weiter weigere, sich auf mittelfristige Ziele festzulegen. Auch will Bush nur dann im eigenen Land tätig werden, wenn China und Indien sich ebenfalls verpflichten - bis Kopenhagen wartet also noch viel Arbeit auf die G8-Staaten. (nz)