28. Aug 2008 09:26
The Verve sind nach elfjähriger Bandpause zurück und behandeln auf «Forth» wie gewöhnlich die ganz großen Fragen.
freut sich über die Reunion - trotz der Parallelen zu früheren Tagen.
Auf jeder The Verve/Richard Ashcroft-Platte gab es mindestens einen kommerziellen Knaller. Was einstmals «Bitter Sweet Symphony» oder «A Song For The Lovers» waren, ist auf «Forth» der Song «Love Is Noise». «Liebe ist Lärm», das ist doch wohl trotz überbordendem Pathos irgendwie bezaubernd. Denn Lieben, Sterben, Gott und der Weltfrieden, das waren immer schon die großen Themen bei Ashcroft, diesem alten Hippie. Damit die Botschaft bei allen ankommt, darf er auch mal etwas dicker auftragen. Sei es mit schwülstigen Texten oder opiumschweren psychedelischen Klangteppichen. Wie einst in «The Drugs Don't Work» finden sich außerdem in dem neuen Song «Valium Skies» Referenzen zum Drogenrock der Hippie-Ära und natürlich Ashcrofts eigener Dorgenvergangenheit. Apropos Drogen: Interviews geben mag Ashcroft leider kaum noch. Leicht sentimental erinnert man sich da an Zeiten, in denen er «Rolling Stone»-Redakteure zum gemeinsamen Kiffen in sein Landhaus einlud und stundenlang über eine bessere Welt philosophierte. So abgehoben das klingt, scheint Ashcroft doch einer der normalsten im Indierock-Geschäft zu sein (man denke an die großkotzigen Gallagher-Brüder!). Immerhin hat er den einzigen Weg gewählt, der es einem Künstler seines Kalibers erlaubt, im Pop-Zirkus normal zu bleiben - den Rückzug ins Private. Kein Wunder also, dass er im Booklet des neuen Albums allen voran seiner Frau und «unseren wunderbaren Söhnen» dankt. (nz)
The Verve: «Forth» (EMI)